Traum vom 26.-27. Mai
This song for this story: http://www.youtube.com/watch?v=EvDMDMxDAlc&translated=1
Ich hab mich nicht mal gefragt was Leonardo diCaprio – mein *räusper* Jugendschwarm – in meinem Traum verloren hat.
Nun denn. Wir waren auf einem riesigen Feld. Weit, golden, wunderschön. Ein riesiger Gebäudeklotz thronte in der Mitte.
Hand in Hand liefen wir darauf zu. Leicht, beschwingt, fast fliegend. Seine Hände waren feucht und meine auch. Es war als würden wir so viel wie möglich austauschen wollen.
Angekommen wurden wir herzlich empfangen. Und gleich zu einer merkwürdigerweise sehr erfüllenden Feldarbeit eingeteilt. Zwischen dem Weizengewusel unser blitzendes Lachen und das schwitzende Vergnügen. Scheue Küsse und ein Kitzeln auf der Nasenspitze.
Am Abend begannen die Gestalten sich gleichzeitig mit dem Himmel zu verdunkeln. In der Nacht schlichen er und ich hinaus auf den Flur, wo in Einstürzende-Neubauten-Manier alles grün flackerte. Der goldene Tag und das Lachen waren wie in einer Paralellwelt in unseren Hinterköpfen.
Ein Steg aus Glas führte uns hinaus über eine wabernde Wasserfläche. Wie ferngesteuert liefen Wachen herum. Wir schafften es knapp zu entwischen und befanden uns blickgeschützt hinter einem Balken, hinter dem wir den Steg starr im Auge behielten.
Mit offenen Mündern und verkrampften Händen sahen wir zu, wie Menschen in Netzen über einem Rudel zappelder Haie fallengelassen wurden. Die dunkelrote Suppe, die in der Schwärze der Nacht noch bedrohlicher wirkte als zu einer anderen Tageszeit, ließ mich fast ohnmächtig werden. Es lag ein unfassbares Grauen über diesem Augenblick und wir sahen in den aufgerissenen Augen des Gegenübers, dass wir uns inmitten dieses Geschehnisses befanden. Das war kein Film. Da waren wir. Und wir würden auch als Haifischkacke enden.
Tagelang und mit einer enormen Unruhe in uns heckten wir Fluchtpläne aus. Oft nur mit Handzeichen. Wir studierten die Mimik und Gestik des anderen, arbeiteten am puren Überleben.
Und einfach so mitten während der Feldarbeit rannten wir, Hand in Hand, wieder fliegend in Richtung Straße und schrien uns, bei den Versuchen ein Auto anzuhalten, die Seele aus dem Leib. Wir fuhren irgendwann mit.
Und lasen Tage später in der Zeitung von einem neuen, zarten Haifischfleisch, das durch besondere Fütterungen zur Eliten-Delikatesse wurde.
