Wind of change
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort)
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort)
This song http://www.youtube.com/watch?v=y_z7uhy1_lg for this story:
Ich habe in mir so viele bunte Schnipsel, dass ich gerne einen Faschings-Umzug veranstalten würde um meine Innenwelt in kleinen Teilen auf alle niederprasseln zu lassen. Es liegt nicht an mir, aufzuteilen. Also: Aufheben wenn man will oder einfach liegen lassen.
Wenn die ausgelassene Musik nur noch verzerrt nachhallt und zerplatzte Pappbecher an feuchtfröhliche Tänze erinnern, bin doch immer ich diejenige, die zusammenkehrt. Schlussendlich mache ich das meistens ein wenig wehmütig und doch tapfer lächelnd.
Loop Loop. Die Narbe von kalten Küssen. Endlos.
Und Planeten, die mir zugeordnet werden. Ein ganzes Sonnensystem in mich reinprojeziert. Ich mag heute Pluto sein. Der Blaue da ganz weit draußen, der plötzlich nach mehreren Diskussionen am runden Tisch der weißkitteligen Planeten-Einteiler nicht mehr unserem Sonnensystem zugehörig scheint. Ich nehme mal an, dem Pluto ist das herzlich egal, wenn er nicht mehr in ein System voller Ignoranz und Habgier eingebunden ist. Und in der Schule von dickbäuchigen Lehrern eierförmig und in hässlichem Kreideblau an die Tafel geschmiert wird.
Geträumt heute von einem Menschen, der in meinem Leben überhaupt keine Rolle spielt, aber dennoch schon Worte in meine Ohren gelegt hat. Ein Mensch, der wohl auch schon gelitten und als Kind Hundehaare an sich kleben hatte.
Dieses besagte Mädchen band mir mit einem wuchtig goldenen Haarband einen Pferdeschwanz und ich fühlte mich als Königin der Welt. Ich stand in mitten einer Crime-Scene und tänzelte durch einen nahegelegenen Wald, um den Schüssen eines Japaners (mag Sushi habennn) auszuweichen. Konfus. Konfuzius.
Bwaaaah… ich fahre so gerne Auto. Es ist so, als würde ich mir das Ziel immer aussuchen können, obwohl meine Pflichten das nicht zulassen. Aber ich denke mir das kurz.
Hole dich einfach ab, nachdem du deine Hemden (ICH bügle die bestimmt nicht!) aussortiert hast. Wir fahren dann mit der Steigung in den Liedern von Ulver, Trommelwirbel am Lenkrad und Zwischenstops bei McDonalds geeeeen …. hm. Mysthischer Norden oder erholsamer Süden? Mediteran oder lieber die Wahrscheinlichkeit Björk zu sehen?
Als wir in einer Gala lesen, dass Björk in der Toscana entspannt, ist das Ziel klar. Und du bist ohnehin auch der Norden für mich. Sometimes der Nordwind, aber nur wenn mein Herz der Mars ist. Rot und wütend. Und weit weg.
This song http://www.youtube.com/watch?v=KLpkXtM-VI8&feature=related for this story:
Wenn ich die Straßen entlang gehe, sehe ich überall kleine blaue Lichter flackern. In darin spiegelt sich dein Gesicht. Wenn ich die Augen zusammenkneife, tanzen die Blaulichter im Rhythmus meines Herzens.
Kichernd vermeide ich es, in die Fugen der Asphaltrisse zu tapsen. Und doch stelle ich mir vor, dass wenn es passiert, mein Fuß an der Stelle abbröckelt. Zu einer neuen Form findet. So ohne Zehen und im neuen Gleichgewicht, schwer zu halten. Aber mit so kleinen Bröselfüßen landet man weniger oft in den Ritzen. Wirrwarr, nicht wahr?
Weiters lande ich in einer Gasse mit kleinen Einfahrten. Ruckartig schaue ich zur Seite, um eventuelle Überfälle schon mit entschlossenem Blick abzuwenden. Ich lasere ins Leere. Da ist keiner.
Nur ich und die blauen Lichter.
Vor mir löst sich ein alter Holzstuhl aus der Dunkelheit. Der kleine Platz genießt das Moon-Spotlight und ich setze mich vorsichtig drauf. Mit überschlagenen Beinen, den Kopf in die Hände gelegt schaue ich mir die Dunkelheit genauer an. Vom Lichtplatz aus ist das sehr schwierig. Da sieht man die Facetten weniger. Nach langem Konzentrieren und mit in Falten gelegter Stirn erkenne ich sogar Nachtfalter, die auch kleine Lichter suchen.
We are all one.
Ich nenne sie Sissi. Weil sie irgendwie zierlich ist. Und gekünstelt.
Sie sitzt im Bus, ganz vorne, parallel von mir. Ein Lächeln umspielt ihren Mund. Sie wirkt angestrengt glücklich, Seitenblicke scheint sie gewohnt zu sein. Oder sie kann nicht anders, weil Botox ihr ein entspanntes Gesicht verwehrt. Sie ist bestimmt Mitte 60.
In der Hand hält Sissi ein Taschentuch mit roten Flecken in der Farbe ihres knalligen Lippenstiftes. Die Krönung sind die lackierten Fingernägel im selben Ton. Immer wieder streicht sie mit dem Finger über ihre gebleckten Zähne, um das Rot dem strahlenden Weiß der Dritten weichen zu lassen. Ihr Augen wirken schwer unter den endlos langen Kunstwimpern. Der kanarienblaue Lidschatten zaubert einen Himmel über ihren erwartungsvollen Blick nach vorne. Ich glaube, die Frau zieht gerne Schlussstriche, denn weit unter (!) die Augen ist ein verwackelter, schwarzer Lidstrich gemalt worden. Von einem betrunkenen Kosmetiker oder von Sissi selbst.
Ihr voluminöser Oberkörper steckt in einem schwarzweißen Kleid. Die unpassend dünnen Beinchen baumeln heraus und enden in hohen Schuhen mit Kork-Absätzen und kleinen Vogelnestern am Rist.
Überall türmt es sich. Auf dem Kopf macht sich ein voluminöser weiß-blonder Schopf breit.
Ihr Lächeln irrietiert mich. Ab und zu öffnet Sissi die Lippen, als wollte sie ein leises “aaaaah” hauchen. Sofort aber schließt sich der Mund wieder und verwandelt sich zu einem starren Grinsen.
Damenhaft lehnt sie sich in die Kurven und der Bus trägt sie dahin, wo sie dieses Make-up brauchen wird. Sissi muss mindestens eine Stunde an ihrerer Fassade gearbeitet haben.
Ich betrachte mein noch junges Gesicht in der dunklen Spiegelwand vor mir und frage mich, ob sie wirklich noch mal jung sein will. Einer meiner Wangenknochen ist sehr hoch, einer hängt sehr tief, wie eine Hamsterbacke. Mein linkes Auge ist weiter oben. Ich sehe die Naht im Spiegel und lächle mir selbst zu. Verschobenes, glückliches Ich am Weg nach Hause. Die Morgenlandschaft fährt an Sissi und mir vorbei.
Ich stelle mir gerne alte Leute wieder jung vor.
Und junge Leute alt.
Ich liebe die Macht, alles in anderen sehen zu können, was ich will.
Und in mir.
Bunt sein und großartig sein.
Atemlos sein und suchend.
Ruhend, wenn angekommen und ewig verharrend in der Glückseeligkeit.
Wenn ich in einer Geschichte eine Figur sich umbringen ließe, wäre ihr Abschiedsbrief: “Haltet die Welt an, ich möchte aussteigen.”
Wenn ich mir eine andere Farbe für meine Zähne aussuchen müsste als dieses gelbliche weiß, dann wäre es braun-grün. Farblich abgestimmt auf meine Augen.
Wenn ich einen Wohnwagen kaufe, fahre ich als erstes nach Andalusien und protestiere gegen den Stierkampf. Danach: Weißwein.
This song for this story: http://www.youtube.com/watch?v=EvDMDMxDAlc&translated=1
Ich hab mich nicht mal gefragt was Leonardo diCaprio – mein *räusper* Jugendschwarm – in meinem Traum verloren hat.
Nun denn. Wir waren auf einem riesigen Feld. Weit, golden, wunderschön. Ein riesiger Gebäudeklotz thronte in der Mitte.
Hand in Hand liefen wir darauf zu. Leicht, beschwingt, fast fliegend. Seine Hände waren feucht und meine auch. Es war als würden wir so viel wie möglich austauschen wollen.
Angekommen wurden wir herzlich empfangen. Und gleich zu einer merkwürdigerweise sehr erfüllenden Feldarbeit eingeteilt. Zwischen dem Weizengewusel unser blitzendes Lachen und das schwitzende Vergnügen. Scheue Küsse und ein Kitzeln auf der Nasenspitze.
Am Abend begannen die Gestalten sich gleichzeitig mit dem Himmel zu verdunkeln. In der Nacht schlichen er und ich hinaus auf den Flur, wo in Einstürzende-Neubauten-Manier alles grün flackerte. Der goldene Tag und das Lachen waren wie in einer Paralellwelt in unseren Hinterköpfen.
Ein Steg aus Glas führte uns hinaus über eine wabernde Wasserfläche. Wie ferngesteuert liefen Wachen herum. Wir schafften es knapp zu entwischen und befanden uns blickgeschützt hinter einem Balken, hinter dem wir den Steg starr im Auge behielten.
Mit offenen Mündern und verkrampften Händen sahen wir zu, wie Menschen in Netzen über einem Rudel zappelder Haie fallengelassen wurden. Die dunkelrote Suppe, die in der Schwärze der Nacht noch bedrohlicher wirkte als zu einer anderen Tageszeit, ließ mich fast ohnmächtig werden. Es lag ein unfassbares Grauen über diesem Augenblick und wir sahen in den aufgerissenen Augen des Gegenübers, dass wir uns inmitten dieses Geschehnisses befanden. Das war kein Film. Da waren wir. Und wir würden auch als Haifischkacke enden.
Tagelang und mit einer enormen Unruhe in uns heckten wir Fluchtpläne aus. Oft nur mit Handzeichen. Wir studierten die Mimik und Gestik des anderen, arbeiteten am puren Überleben.
Und einfach so mitten während der Feldarbeit rannten wir, Hand in Hand, wieder fliegend in Richtung Straße und schrien uns, bei den Versuchen ein Auto anzuhalten, die Seele aus dem Leib. Wir fuhren irgendwann mit.
Und lasen Tage später in der Zeitung von einem neuen, zarten Haifischfleisch, das durch besondere Fütterungen zur Eliten-Delikatesse wurde.
“Rausch-Schwaden”.
Das sind wohl sehr bunte und sogar geruchsintensive Wolken, die jeden einhüllen, der sich darauf einlässt und der mit Prosa was anfangen kann.
Nichts, das man im Vorbeigehen lesen sollte.
In erster Linie schreibe ich für mich selbst. Viele Geschichten werden darum wohl in Schubladen verstauben.
Die sekundäre Motivation ist wohl, dass ich es liebe, in fremden oder weniger fremden Köpfen Bilder entstehen zu lassen. Ruhe. Tee. Musik. Geschichten. Seelenbalsam.
For all the Love-Dogs in this world.